Ein Abend rund um die Vorsorge
Rechtsanwalt und Notar Ralf Mitschke referierte bei Maltesern
Der Saal, der üblicherweise für Erste Hilfe Kurse genutzt wird, war gut gefüllt. „Mit so viel Resonanz haben auch wir nicht gerechnet, es gibt schon eine längere Warteliste für einen zweiten Vortrag im September“, erklärt Hans-Jürgen Krawietz, Kreisbeauftragter der Malteser im Südkreis, am vergangenen Mittwoch bei der Eröffnung der Veranstaltung rund um die Themen Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung sowie Erben und Vererben. Mehr als 30 Zuhörer haben sich zu dem Informationsnachmittag eingefunden. Der geriet dann zu einem sehr kurzweiligen Informationsabend, indem Rechtsanwalt und Notar Ralf Mitschke mit anschaulichen Beispielen aus der Praxis und humorigen Randbemerkungen durch die eigentlich trockene juristische Materie führte.
Er erläuterte die Vorteile und die Wirksamkeit von Patientenverfügungen, in denen festgehalten ist, welche Behandlungsmaßnahmen man im Falle einer lebensbedrohlichen Situation, in der keine Hoffnung auf Genesung besteht, wünscht oder ablehnt. Er erklärte die Vorzüge von Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung, in denen bestimmt wird, wer für den Fall, dass man seine eigenen Geschäfte nicht mehr selbst führen kann, beispielsweise zu Bankgeschäften oder Vertragsabschlüssen an seiner Stelle bevollmächtigt wird oder auch als Betreuer eingesetzt wird. Auch ging er auf die Möglichkeit ein, die verfassten Verfügungen und Vollmachten notariell beglaubigen zu lassen und so mehr Rechtssicherheit zu erhalten.
In einem zweiten Teil der Veranstaltung gab Mitschke einen Überblick über das Thema Erben und Vererben, erläuterte die Regeln der gesetzlichen Erbfolge und die Möglichkeit durch Verfassen eines Testaments selbst zu bestimmen, wer in welchem Umfang erbt. Er erläuterte Vor- und Nachteile klassischer Testamentsmodelle wie des „Berliner Testaments“, gab Tipps, welche Fehler man beim Selbstverfassen eines handschriftlichen Testaments vermeiden sollte und erklärte, was es mit dem Pflichtteilsanspruch auf sich hat.
Die Malteser wollen in der nächsten Zeit auch weitere Informationsveranstaltungen anbieten. „Die Rückmeldungen der Gäste zeigen uns, dass es hier wirklich einen Bedarf gibt. Und neben den Rechtsthemen sind es vor allem medizinische Themen wie Bluthochdruck, die die Menschen interessieren“, so Krawietz. So seien auch Vorträge mit dem Ortsarzt der Malteser, Dr. Klaus Rinke, bereits ins Auge gefasst. Zunächst bieten die Malteser jedoch wegen des großen Interesses einen weiteren Informationsabend mit Herrn Mitschke am 22.09.2011 um 18:30 Uhr an. Er findet im Maltesershaus, Kirchstraße 6 in Eveking, statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Um vorherige Anmeldung wird gebeten unter Telefonnummer 0201-8204723.




