September 2010, Duisburg/Märkischer Kreis

Einsatzmedaillen für den Einsatz in den Abruzzen

Vier Malteser des Landes NRW wurden durch Diözesanleiter ausgezeichnet

Vor mehr als einem Jahr, am 06. April 2009, ereignete sich in den Abruzzen/Italien ein schweres Erdbeben der Stärke 5,8 auf der Richterskala. Besonders schwer betroffen war das Gebiet um die Stadt L’Aquila, etwa 95 km nordöstlich der Hauptstadt Rom. Dorthin wurden im Zeitraum von Mitte Juni bis Anfang August mehrere Teams der Malteser aus Deutschland geschickt, um Hilfe vor Ort zu leisten. Ein von den Maltesern im Bistum Essen aufgestelltes Team bestehend aus 7 Helfern wurde vom 30.07.2009 bis 10.08.2009 in L'Aquila eingesetzt. Vier Mitglieder dieses Teams, darunter Helga Dörk und Marc Schuler aus dem Märkischen Kreis, wurden nun mit der "Medaglia di Servizio" des Malteserordens für Einsätze im Rahmen von Malteser International ausgezeichnet.

Auf eine Anfrage des Corpo Italiano di Soccorso di Ordine di Malta an die deutschen Malteser hat man in Werdohl etwa einen Monat vorher reagiert. „Wir hatten wenig Planungszeit für solch einen Einsatz, aber sowas ist eben nicht planbar. Spontane Hilfe ist hier gefragt.“ so Marc Schuler, der die Leitung des Teams übernahm. „Letztendlich mussten wir vor Ort viel improvisieren, da wir kaum Material hatten.“

Zu den Aufgaben vor Ort gehörten Wartungs- und Reparaturarbeiten, Einlasskontrolle und Nachtwache, technische Arbeiten und Aufrechterhaltung eines Sanitätsdienstes. Doch eine viel größere Rolle hat der persönliche Kontakt gespielt: „Jeder von uns hatte eine enge Bezugsperson, mit der wir uns täglich ausgetauscht haben. Dieser Einsatz war nicht nur technischer Natur, die Menschen brauchten Hoffnung für die Zukunft. Ich hoffe, wir konnten Hoffnung vermitteln!“. Helga Dörk aus Herscheid erinnert sich bei diesen Sätzen an ihre Bezugsperson, eine fast 100-jährige Frau.

Die Malteser wurden durchweg freundlich und mit einer sichtbaren Dankbarkeit von der Bevölkerung aufgenommen. Bei der „Fiesta del Pane“, dem Brotfest, schien die Katastrophe für einen Moment vergessen, nicht zuletzt durch den Einsatz der Helfer. Nach einem Todesfall im Camp durch eine Erkrankung wurden sie von der Familie des Verstorbenen gebeten, den Sarg zu tragen. „Eine sehr große Ehre in einem religiös geprägten Land wie Italien!“ beteuert Wolfgang Günther aus Solingen.

Es war für uns alle eine besondere Erfahrung, die wir nicht missen möchten, abgesehen der fürchterlichen Umstände.“ erklärt Alexander Kipp, Helfer aus Ochtrup. „Man wusste auf einmal, was es heißt, Malteser zu sein und woher unser Leitsatz stammt.“ Baron Heereman kam kurzfristig für einen Tag zu Besuch, um die Situation vor Ort zu erfassen. Er führte Gespräche mit Helfern und Betroffenen, sammelte Eindrücke und ließ es sich nicht nehmen, selbst mit anzufassen. Das motivierte die Helfer vor Ort natürlich zusätzlich.

Am 17. September 2010 hat der Diözesanleiter der Diözese Essen, Axel Lemmen, vier der sechs Malteser mit der Einsatzmedaille „Abruzzen“ ausgezeichnet. Bei einem Abendessen konnten sie nochmals den Einsatz Revue passieren lassen, Geschichten erzählen und von eigenen Emotionen berichten. Einige mitgebrachte Fotos illustrierten die Ereignisse und halfen, die Situation besser zu verstehen. „Der wahre Geist der Malteser war und ist bei diesen Menschen deutlich zu erkennen. Das ist mehr als vorbildlich!“ sagt Axel Lemmen am Schluss seiner mitfühlenden Rede.

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